Wolfgangs Linedance

Linedance, Herkunft

Linedance wurde mal als Western- und Country-Tanz verstanden und sehr viele Tänze wurden (und werden) für Country-Musik choreographiert.
Tänze zu Country-Musik gibt es schon sehr lange, z.B. Contratänze, Ringtänze (Circle Dances), Paartänze (Couple Dances) die ihren Ursprung wahrscheinlich in der Volkskunst amerikanischer Einwanderer haben.
Sehr bekannt ist auch der Squaredance, allerdings ist das eine ganz andere Art zu tanzen (Paare tanzen im Kreis nach Ansage eines Callers), und nicht zu verwechseln mit Linedance, der ein Formationstanz einzelner Tänzer ist.
In den 1970'er Jahren kristallisierte sich eine Tanzkultur heraus, befeuert durch Musikfilme und Vermarktung, die wir heute »Linedance« nennen. Zunächst gab es einfache Schrittfolgen, die man zu verschiedenen aktuellen Hits tanzte. Aus dieser Zeit stammen solche Tänze wie Electric Slide oder Four Corner.
Bald wurde Linedance mit Countrymusik populär, eine Kombination, die bis heute anhält. Inzwischen gibt es zu jeder tanzbaren Musik mindestens einen Linedance, und monatlich erscheinen dutzende neuer Choreographien. Man kann ständig dazulernen und es wird nie langweilig. Einen breiten Raum nehmen auch Paartänze im heutigen Linedance ein.
Linedance ist also nicht einfach nur ein bestimmter Tanz, sondern eben eine Tanzkultur, die sich ständig weiterentwickelt, dem einen oder anderen Trend folgt, die Vergangenheit nicht vergisst und immer modern bleibt.
Ein bekannter Spruch sagt: »Linedance ist gekommen - um zu bleiben«
Noch eine interessante Quelle sind persönliche Erlebnisberichte aus den Anfängen des Linedance in Deutschland,
zu finden in der Infothek von living-linedance.de.

Umgang miteinander

Da Lindedance ein Gemeinschaftstanz ist, gibt es anerkannte Regeln (Dance Floor Etiquette) die von allen Tänzern weltweit akzeptiert werden. Hier nur das allerwichtigste für den Anfang:
Linedancer reden sich mit »Du« und Vornamen an, gehen aber respektvoll miteinander um als wäre die Anrede »Sie«. Soziale Unterschiede spielen keine Rolle. Man lacht nicht über Anfänger, sondern hilft sich gegenseitig beim Tanzen.
Pöbeleien sind ausgeschlossen, bei versehentlichen Remplern gibt man eine knappe Entschuldigung.
Am Ende eine gemeinsamen Tanzabends verabschiedet man sich nicht selten mit einem kleinen Ritual, vor allem wenn man öfters gemeinsam trainiert.

Wie wird man Linedancer ?

Selbständige Linedancer, Clubs, Sportgemeinschaften und auch Tanzschulen bieten Linedance in Kursen an. Es gibt Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene in verschiedenen Stufen.
Am besten steigt man ein, wenn ein Anfängerkurs neu beginnt. Meistens ist es möglich, in einen laufenden Anfängerkurs später einzusteigen. Zunächst erlernt man einige einfache Einführungstänze, mit denen man sich erst einmal an die Art und Weise zu tanzen gewöhnt. Es soll nicht verschwiegen werden, dass auch Ehrgeiz für den Erfolg nötig ist und vor allem Zeit für regelmäßiges Training.
In Abstand von 1-2 Wochen lernt man jeweils einen neuen Beginner-Tanz kennen, und mit der Zeit wird es immer leichter, einen neuen Tanz zu erlernen. Nach einem dreiviertel Jahr etwa hat man schon das Gefühl, dass man Linedance »kann«.
Wer nach so einer Zeit »am Ball« bleibt und die ersten leicht-fortgeschrittenen Tänze lernt, wird bald bei Linedance-Parties viele Tänze mittanzen können. Spätestens jetzt ist Linedance zum Freizeitsport geworden und ein schönes Hobby.
Bald macht es Spaß auch schwierigere Tänze zu lernen. Die ersten Tänze wird man mit der Zeit vergessen und auch gar nicht mehr tanzen wollen (kann sie aber jederzeit ziemlich schnell wieder »aufwärmen«). Auf offenen Tanzparties mit Workshop werden aktuell angesagte Tänze von DJs präsentiert und das Publikum lernt und tanzt mit.
Fragt man einen gestandenen Linedancer, ab wann man kein Anfänger mehr ist, dann hört man nicht selten die Anwort: Anfänger ist man immer, weil es ja ständig etwas Neues gibt.

Linedance als Sport

Linedance betreibe ich als Freizeitsport und anfänglich und ohne mich mit irgendwelchen Zielvorgaben unter Druck zu setzen. Inzwischen macht es mir auch Spaß, Linedances, die mir gefallen aber nicht angeboten werden, selbst zu lernen und an andere Tänzer weiterzugeben.
Eine interessante Erfahrung war der Erwerb des Tanzsportabzeichens in Bronze (2017), in Silber (2018) - und warum nicht gleich Gold? Ganz einfach: Die Regeln besagen, man kann nur ein Mal im Jahr das Tanzsportabzeichen ablegen und muss bei Bronze beginnen.
In erster Linie aber hat man Spaß bei Linedanceparties, die es reichlich gibt. Dort wird wahrlich viel getrunken - am meisten Mineralwasser. Da kann der Saal noch so kalt sein: Nach drei,vier Tänzen hintereinander kommt man ins Schwitzen. Ein Bier oder ein Glas Wein gönnt man sich schon, aber zu mehr Alkohol trinken kommt man gar nicht, weil man ja beim nächsten angesagten Tanz mitmachen möchte. Beizeiten wird man merken: Alkohol und Linedance sind keine Freunde. Mit »einem in der Krone« funktioniert kein Linedance mehr.
Im Gegensatz zu allgemeinen Tanzparties wird beim Linedance sofort getanzt, sobald der DJ die Musik für den ersten Tanz auflegt. Man muss sich manchmal sogar beeilen, um noch Platz auf der Tanzfläche zu finden. Natürlich ist es nicht möglich, alle Tänze auf jeder Party zu kennen. Daher kann man häufig Wunschzettel schreiben und dem DJ geben.

Linedance und Gesundheit

Vieleicht denkst du bei Linedance an junge, dynamische, gut gebaute und vor allem schlanke Menschen. Ja natürlich, solche Linedancer (Ladies eingeschlossen) gibt es natürlich. Die meisten sind ganz normale Leute: dick oder dünn oder groß oder klein oder jung oder alt. Ja, eine Linedanceparty ist ein Treff der Generationen.
Ich habe »Country-Kids« erlebt, die den Erwachsenen etwas vorgemacht haben. Die Generation 50+ hat sich den Linedance schon lange erobert und mit 65+ haben die meisten erst richtig Zeit dafür.
Es soll eine amerikanische Studie geben, in der untersucht wurde, welche Sportarten gut als Vorbeugung gegen Demenz geeignet sind. Ein vorbeugender Effekt soll nur bei einer Sportart nachgewiesen worden sein: dem Tanzsport!
Zufällig traf ich auf einer Linedanceparty eine Aerobic-Trainerin und sagte zu ihr scherzhaft: »Ihr macht Bauch, Beine und Po, und wir nur Beine.« Sie antwortete aber ernsthaft: »... und Rücken!«
In der Apotheken-Umschau vom 1.Dezember 2014 gibt es mehrere Artikel über Osteoporose (Knochenschwund). Auf Seite 15 ist u.a. folgende Passage zu finden (Zitat): »Eine gewisse Intensität ist nötig, damit Knochen und Muskeln profitieren. Besonders empfiehlt Michael Weiß Tanzen: Es kräftigt, fördert die Ausdauer und schult die Koordination.«
Noch Fragen?

Video nicht verfügbar - ???

Der nachfolgend beschriebene Effekt hat mich gegen Ende 2017/Anfang 2018 öfters geärgert,
bin diesem Problem in letzter Zeit aber nicht mehr begegnet.
Manche Videos im Internet können auf einigen Mobilgeräten (Smartphone, Tablet, ...) nicht angeschaut werden. Es kommen Meldungen wie »Video nicht verfügbar« oder werden bei der Suche danach gar nicht erst aufgelistet, obwohl vorhanden.
In der hervorragenden Stepsheet-Sammlung der Rainsville-Dancers habe ich folgende Antwort zu diesem Problem gefunden (ganz am Ende der ziemlich langen PDF-Datei):
Zitat: »Der Urheber/Uploader hat beim Hochladen dieser Videos die Nutzung für Mobilgeräte nicht freigegeben. Es gibt im Moment keine Möglichkeit, diese Sperre zu umgehen. Diese Videos können nur am PC angeschaut werden.«